Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ausführung: 1710-1736
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten
- Abmessungen
- Höhe: 15,8 cmDurchmesser: 7 cm (Mündung)Wandstärke: 0,25 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/883254
Objektbeschreibung
Kelch aus farblosem, leicht gelbstichigem Glas mit ansteigendem Fuß
dekoriert mit einem Spitzblattfries, Abrissnarbe am Boden, dem am Ofen
geformten Schaftbaluster wurde eine längliche Luftblase eingestochen,
darüber ein kleiner Nodus. Sowohl der Baluster als auch der Nodus sind
mit einem Kranz aus Oliven verziert. Am Ansatz der becherförmigen Kuppa
wiederholt sich der Spitzblattdekor vom Fuß, dazu eine Reihe kleiner
geblänkter Oliven, die Kuppawandung ist umlaufend mit dem
mattgeschnittenen Triumphzug des Bacchus auf einem baumbestandenen
Landschaftssockel dekoriert: der einen Pokal haltende Weingott sitzt auf
einem Fass in einem Wagen, gezogen von einem Pferd, auf dem ein
Amorknabe reitet. Die Gegenseite trägt die Darstellung eines zweiten
Amorknaben mit Früchtekorb. Den verwärmten Mündungsrand schmückt ein
Kranz aus mattgeschnittenen Kugeln.
Der Dekor vereint typische Motive des brandenburgisch-preußischen
Glasschnitts: Auf zahlreichen anderen Gläsern ist der Bacchuszug
dargestellt, der Wagen mal von Leoparden, mal von Panthern, mal von
Bacchanten gezogen (vgl. Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nrn. II
60/229 A und II 62/517 A; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
Berlin-Brandenburg Inv. Nr. XIII 1022; Schade, Deutsches Glas, 1968,
Taf. 60–62; Papendorf, Märkische Gläser, 1965, Abb. 57, S. 146).
Amor- oder Bacchusknaben sowie sogenannte "Früchtekinder" mit Körben
voller Früchte und Blumen sind überdies wiederkehrende Themen. Die
Bestimmung dieses Potsdamer Kelchs als Weinglas spiegelt sowohl das
Sujet, als auch im Kleinen der abgebildete Pokal. Der etwas grob bzw.
einfach ausgeführte Schnitt auf diesem Kelch spricht für eine
Werkstattarbeit, wie auch der nicht versenkte Spitzblattdekor sowie der
unpolierte Kugelfries am Mündungsrand. Das Glas stammt aus der
Königlichen Kunstkammer, Berlin. [Verena Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 22.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de