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Liegende Sphinx als Ofenfigur

Ident. Nr.: M 4034

ObjID: obj:883664

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Fayencemanufaktur Gerhard Wolbeer, Berlin (1697 - 1764),
Hersteller*in
zugeschrieben: Fayencemanufaktur Cornelius Funcke, Berlin (1699 - 1747/67),
Hersteller*in
Datierung
um 1700
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Berlin
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 22 x 28,9 x 14,5 cm

Objektbeschreibung

Eine detaillierte Beschreibung und Charakterisierung der Figur hat Christiane Keisch im Berliner Katalog von 2001 vorgenommen:
"Eine kräftig modellierte, gesattelte Sphinx mit Löwenpranken. Der weibliche Kopf, dem Betrachter zugewendet, das Haar mit hohem Diadem geschmückt, sonst unbemalt. Der Körper mit kupfergrün staffiertem Sattelzeug belegt. Die Gestaltung einer solchen Figur entspricht der Mode des 17./18. Jahrhunderts und der Begeisterung für alles Exotische am Berliner Hof um 1700. Sphingen waren als Gartenplastk beliebt und schmückten Portale wie Grotten. Die hier gezeigte ließ sich als Ofenplastik identifizieren. Die Umsetzung ins plastische Kleinformat hatte man bisher der Wolbeer-Werkstatt zugeschrieben, obwohl die Farbigkeit eher auf ein Erzeugnis Funckes hinweist. Zu beiden Hypothesen gibt es bislang keinerlei Belege. Beide Werkstätten haben für den brandenburgischen Hof und im weiteren Sinne auch für den brandenburgischen Adel gearbeitet, und beide waren dem Barockthema verpflichtet."

Keine Marke.

Lit.: Kat. Berlin 1976, Fayencen, Kat. Nr. Kat. 43; Berlin 2001, "Herrliche Künste und Manufacturen". Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720, Kat. Nr. 61

ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa