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Silberterrine

Ident. Nr.: 1910,47 a-c

ObjID: obj:883748

Details (Expert)

Beteiligte
Friedrich August Nieß (1766 - 1802),
Goldschmied*in
Datierung
um 1800
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Berlin
Material / Technik
Silber, teilweise vergoldet
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 56 x 44,5 x 34,5 cm

Objektbeschreibung

Terrine in klassizistischer Form von klarem, knappem Aufbau. Flacher, auf vier Füßen stehender ovaler Schalen-Untersatz, aus dem sich ein mit Weinlaubkränzen und Masken belegter Sockel erhebt. In diesen eingelassen ist der Steg des Terrinenfußes, dessen Wulst ein Lorbeerblattfries ziert. Auf stämmigem Schaft das im Querschnitt ovale Gefäß von halbkreisförmigem Umriss, eingefasst von elegant geschwungenen Doppelhenkeln aus starkem Draht; an den Ansatzstellen Maskarons. Breiter Fries aus Ranken mit Mittelmaske. Die Massigkeit des Deckels ergibt sich als Gegengewicht zu dem schweren Unterbau. Palmettenfries und gebuckelte Kappe, aus der sich ein für Berlin charakteristischer Blätterschirm erhebt, dessen Spitze eine Weintraube bildet. Die Henkelform erinnert an englische Beispiele. WS

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa