Pokal mit dem Doppelbildnis Friedrich Wilhelms I. und Sophie Dorotheas
Ident. Nr.: W-1977,85
ObjID: obj:884303
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ausführung: um 1735
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten, vergoldet
- Abmessungen
- Höhe: 21,1 cmDurchmesser: 10,5 cm (Fuß)Durchmesser: 9,3 cm (Mündung)Wandungsstärke: 0,4 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/884303
Objektbeschreibung
Pokal aus farblosem, manganstichigem Glas, Abriss am Boden, leicht
ansteigender Fuß mit einem Fries aus dicht nebeneinander gesetzten,
vergoldeten Oliven mit Ovalaugen, der hohe Schaft ist aus drei
vergoldeten Nodi zwischen Kehlungen komponiert, davon einer
wabenfacettiert und einer mit einem Kranz aus geschliffenen Kerben. Die
becherförmige, niedrige Kuppa ist am Ansatz mit einem versenkten und
teilvergoldeten Rundbogendekor verziert, die Schauseite der Kuppa trägt
eine von der Bügelkrone bekrönte Rollwerkkartusche mit dem Doppelbildnis
König Friedrich Wilhelms I. von Preußen und seiner Gemahlin Sophie
Dorothea (reg. 1713–1740). Gerahmt wird die Kartusche von gekreuzten
Palmzweigen und einer Kette aus vierzehn kleinen Medaillons mit den
Monogrammen ihrer vierzehn Kinder, die von zwei preußischen Adlern
getragen wird: FCP (Friedrich Cron Prinz), F (Friedrich), FCW (Friedrich
Wilhelm Cronprinz), C (Charlotte), AW (August Wilhelm), FHL (Friedrich
Heinrich Ludwig), AF (August Ferdinand), AA (Anna Amalie), LU (Luise
Ulrike), SDM (Sophie Dorothea Marie), PC (Philippine Charlotte), FL
(Friederike Luise), FSW (Friederike Sophie Wilhelmine), EC (Elisabeth
Christine) – es der als Säugling verstorbene Ludwig Karl Wilhelm, dafür
wurde die Gemahlin des späteren Friedrich II., Elisabeth Christine,
mitaufgenommen. Der verwärmte Mündungsrand ist vergoldet. Das Glas ist
fortgeschritten krank, ein größerer Ausbruch quer durch das
Bildnismedaillon wurde geklebt.
Das Doppelbildnis des Königspaares mit den Monogrammen seiner Kinder ist
auf mehreren Glaspokalen mit Schnittdekor allerdings ohne Vergoldung
überliefert (Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 94/46 A und II
97/144 A; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 7 und 8, S. 15, 20;
Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 28.5). Gut möglich, dass
diese Gruppe anlässlich des 30. Hochzeitstages des Königspaares am
28.11.1736 entstanden ist. Elisabeth Christines Monogramm findet sich
ebenfalls auf zwei der anderen Gläser, allerdings zeigen diese fünfzehn
kleine Medaillons in der Kette. [Verena Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 26.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de