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Bedrucktes Spätbiedermeierkleid mit Streifendekor

Ident. Nr.: 2003,KR 250

ObjID: obj:885193

Details (Expert)

Datierung
um 1840/1845
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: England
Abmessungen
Länge: VL/RL 134 cm

Objektbeschreibung

Breite Streifen in unterschiedlicher Musterung bilden den ausdrucksvollen dekor dieses einteiligen, hochgeschlossenen Kleides. Weiße Streifen mit braunen Palmetten und grau schattierte Streifen, mit bunten Blümchen bedruckt, wechseln sich ab. Das Oberteil mit rückwärtigem Haken- und Ösenverschluss ist anliegend gearbeitet, das schräg zum Musterverlauf genommene Gewebe unterstreicht die körpernahe Linie. Vierfach gefältelte Revers, mit einem farblich abgestimmten Posamentenbesatz, laufen in der kurzen Schneppe zusammen und betonen zusätzlich die v-förmige Gestaltung. Auch für die langen, blusigen Ärmel wurde der Stoff schräg verarbeitet. Sie enden in Bündchen mit Haken- und Ösenverschluss. An den Schultern sitzen kurze Überärmel mit Biesen- und Posamentenbesatz, sogenannte "Jockey's. Der weite Rock ist dicht geriehen und fällt kuppelförmig herab. Das Kleid ist vollständig gefüttert. ChrW

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa