Logo

Schwarzer Frack

Ident. Nr.: 2003,KR 363

ObjID: obj:885278

Details (Expert)

Datierung
um 1845
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: England
Material / Technik
Schwarzes Wolltuch
Abmessungen
Länge: 91 cm

Objektbeschreibung

Der Frack ist aus schwarzer Wolle in Tuchausrüstung mit geschorenem kurzen Strichflor gearbeitet. Die Schnittkanten sind unversäubert, was auf die Hochwertigkeit und extreme Feinheit der Wolle verweist. Das Gewebe ist so dicht, dass es nicht franst. Der Frack hat einen M-Zacken-Kragen, an den Vorderkanten eine zweifache Knopfreihe mit je drei Knöpfen und lange schmale Ärmel, die unten in geschlitzten Aufschlägen mit je einem Zierknopf enden. Auf Taillenhöhe ist er vorn gerade abgeschnitten. Die bogig zugeschnittenen Frackschöße sind hinten seitlich in eine Quetschfalte gelegt. ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa