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Schmuckplatte Anemonen

Ident. Nr.: 1901,110

ObjID: obj:885564

Details (Expert)

Beteiligte
René Lalique (1860.04.06),
Goldschmied*in
Datierung
1901
Geografische Bezüge
Material / Technik
Gold, Email, Glas
Abmessungen
Höhe: 6 cm

Objektbeschreibung

Die Erneuerung aus der Natur war jenes Thema, das den Schmuckkünstler René Lalique (1860-1945) um 1900 zu seinen innovativen Arbeiten führte. Er war einer der richtungsweisenden Goldschmiede des französischen Art Nouveau und wurde von den Zeitgenossen Initiator einer neuen Schmuckkunst gepriesen. Lalique durchbrach die traditionellen Materialhierachien und verwendete bescheidenere Steine wie Opale, Chrysopras, Achat und Mondstein und einfacherer Werkstoffe wie Horn oder Glas. Mit dem spezifischen Charakter einzelner Materialien unterstrich der Künstler die Aussage seiner Schmuckstücke. Der eigentliche Wert der Materialien war bei einigen Kreationen Laliques eher gering, doch zählte schon zur Entstehungszeit in erster Linie seine künstlerische Leistung.

Die Arbeiten waren inspiriert von Formen der Natur, wie Blumen, Früchte, Insekten, Vögel etc. . Lalique studierte unter anderem die Pflanzen, wie viele freie Zeichenstudien aus seiner Hand beweisen. Die Zartheit der Anemone übersetzt Lalique bei der Wiedergabe der Blüten in hellroséfarbenes milchiges Glas und in durchscheinendes Emaille bei den Blättern. Die Schmuckplatte bildete den Mittelteil eines Collier des Chien, das an feinen Perlschnüren befestigt, der damaligen Mode entsprechend eng um den Hals getragen wurde.

Käufer und Sammler rissen sich um die Schmuckstücke des Parisers, die heute auf dem Kunstmarkt Höchstpreise erzielen. Zu seiner Kundschaft gehörten wohlhabenden Aristokraten bis hin zum Zarenhof, aber auch bei Schauspielerinnen und Sängerinnen, wie etwa die legendäre Sarah Bernhardt, für die er zudem Bühnenschmuck entwarf. STh

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Zeremonialstab, sog. Zepter Karls des Großen aus der ehem. Reichsabtei Werden

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Der achtkantige Zeremonialstab besteht aus einer Handhabe, zwei Schaftstücken und einer Bekrönung in der gerippten Form eines Streitkolbens mit acht Schlagblättern. Zwischen diesen Teilen befinden sich vier facettierte Knäufe. Schmale Zierreifen aus vergoldetem Silber verdecken die Stöße der einzelnen Jaspisteile. Dem Schaft sind zwei silbervergoldete Manschetten angelegt, um Bruchstellen im Stein zu sichern. Während eine Eichel den oberen Abschluss des Stabes bildet, ist am unteren Ende der Handhabe das Monogramm Karls des Großen (* 748, Reg. 768–814) eingraviert, das dem Werk seinen ehrwürdigen Namen eingebracht hat. Ein Achatstab im Kunsthistorischen Museum Wien ist dem Berliner Exemplar sehr eng verwandt, er zeigt jedoch keine Montierungen. Zeichnungen aus der Zeit um 1573 und gegen 1753 sowie stilkritische und materialanalytische Untersuchungen haben den Nachweis erbracht, dass die Silberfassungen am Berliner Stab das Resultat von drei verschiedenen Bearbeitungsphasen sind. Erst mit der zweiten – im Zeitraum zwischen den beiden Zeichnungen erfolgten – Veränderung der Montierung erhielt er durch das Karlsmonogramm auf der erneuerten Kalotte der Handhabe sein Signum als angebliches Zepter Karls des Großen.Die früheste Erwähnung als Zepter Karls findet sich in den um 1600 entstanden Werdener Klosterannalen: „Karls Zepter, aus Jaspis gefertigt dessen sich die Äbte bei den fürstlichen Amtshandlungen und bei den Belehnungen der Großen bedienen. Dabei wird es bei der Eidesleistung zur größeren Bekräftigung des Treueversprechens mit der Hand berührt.“ Eine Zeichnung im Lehensbuch des Abtes Heinrich Duden (Abbatiat 1573–1601) zeigt am unteren Abschluss der Handhabe abweichend vom heutigen Zustand eine segmentierte Kalotte ohne Karlsmonogramm, die man als Werk des 16. Jahrhunderts ansprechen möchte. Es ist zweifelhaft, ob diese älteste Silbermontierung des Werkes auch seine ursprüngliche war oder ob sie womöglich selbst schon das Resultat einer ersten Umarbeitung des zunächst ohne eine zierende Metallfassung geschaffenen – dem Wiener Stab dann einst tatsächlich zwillingshaft ähnlichen – Werkes darstellt.Heinrich Duden beschreibt in einer wohl im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts entstandenen „Nota de usu sceptorum“ den Gebrauch des „sceptrum maius ex iaspide factum“, das dem Abt bei Prozessionen vom Marschall voran getragen und bei Belehnungen von Personen hohen Standes benutzt wurde. Vielleicht spiegelt sich in der sprachlichen Wandlung von dieser rein deskriptiven Bezeichnung des Werkes hin zur historisierenden Benennung als „Caroli sceptrum“ in den nur wenige Jahrzehnte jüngeren Klosterannalen eine Übertragung der auf dem angeblichen Gründungsprivileg beruhenden Werdener Karlstradition auf das Lehenszepter aus Jaspis, die schließlich zur Anbringung jener so nachdrücklich um Legitimationsstiftung bemühten Gravur des Karlsmonogramms geführt hat.In seiner Funktion als Lehenszepter, als Insignum weltlicher Macht, kann der Zeremonialstab den reichsunmittelbaren Werdener Fürstäbten nur vom Kaiser selbst verliehen worden sein. Die Hypothese in ihm ein Geschenk des kaiserlichen Lehensherren an die Abtei Werden anlässlich der Abtswahlen der Jahre 1520 oder 1540 zu sehen, erscheint nicht abwegig. Vielleicht war eine solche Insignienverleihung der Anlass für die Anbringung einer ersten Silbermontierung an dem älteren Jaspisstab. LL

Pokal mit Genien und Schraubfuß

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