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Acht Perlen von einem fragmentarisch erhaltenen Rosenkranz

Ident. Nr.: F 3477

ObjID: obj:886076

Details (Expert)

Datierung
Anfang 16. Jahrhundert
Material / Technik
Bronze, vergoldet, Grubenschmelz
Abmessungen
Länge x Durchmesser: 17 x 1,7 cm

Objektbeschreibung

Die in Form sechsseitiger Prismen mit Eckstegen gebildeten Perlen gehörten ursprünglich zu einem Rosenkranz, wie er beispielsweise an einer neuzeitlichen Prozessionsmadonna in der Pfarrkirche zu Ueberstorf (CH, Kanton Freiburg) erhalten ist. Die einzelnen Teile zeigen an den Seiten in verschiedenen Farben ausgeschmolzene Gravuren von Blüten, Passionswerkzeugen und Buchstabenfolgen (REX, DEI, GRA, MIC, JHS etc.), welche einst vermutlich zu einem fortlaufenden Gebetstext gehörten. Sehr ähnliche Teile eines Rosenkranzes befinden sich im Cleveland Museum of Art (J. H. Wade Fund, 1952.277).
Gleichartig gestaltete Elemente wurden im frühen 16. Jahrhundert auch als Halskette getragen, wie ein Bartolomeo Veneto zugeschriebenes Damenporträt in der Londoner National Gallery (NG 2507) zeigt. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa