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Olifant (Hifthorn)

Ident. Nr.: K 3105

ObjID: obj:886137

Details (Expert)

Datierung
Anfang 13. Jahrhundert
Material / Technik
Elfenbein, Eisen
Abmessungen
Länge x Breite x Höhe: 72 x 11 x 12 cm

Objektbeschreibung

"Olifant" hieß das legendäre Horn des christlichen Helden Roland, des Paladins Karls des Großen. Das altfranzösische Wort "Olifant", d.h. "Elefant", bezeichnet die Herkunft des Materials der Hifthörner, des Elfenbeins. Sie dienten als Signal- und Rufhörner, auch als Jagdhörner.
Die meisten sind, der Kostbarkeit des Materials entsprechend, reich mit Reliefs verziert, wie dieses mit symmetrisch gebildetem Rankenwerk an Schall- und Blaszone, darin Tierkampfgruppen und gegenständige menschliche Köpfe und Tiere. Zur mittleren, gekanteten und glatten Hauptzone und an der Schallöffnung umziehen das Horn Borten mit Schriftzeichen kufischer Form als Ornament. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Hifthorn um eine in Sizilien von arabischen Elfenbeinschnitzern ausgeführte Arbeit, wo die vor allem islamischen Vorbildern folgende Elfenbeinschnitzerei damals in hoher Blüte stand.
Dietrich Kötzsche

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR