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Runder Näh-, Spiel- und Toilettentisch

Ident. Nr.: W-1991,105

ObjID: obj:886154

Details (Expert)

Beteiligte
Herstellung: Johann Prestell (um 1820),
Kunsttischler*in
Datierung
1826
Abmessungen
Höhe x Breite: 98 x 72 cm
Durchmesser: 46 cm

Objektbeschreibung

Dieses Tischchen steht mit seiner Trommelform und dem kuppelförmigen Deckel, dem Fuß aus geschweiften Streben und dem kontrastreichen Dekor mit aufgedruckten Kupferstichen ganz in der Tradition der seinerzeit hochgeschätzten Wiener Möbelkunst. Innen birgt das kleine Möbel neben zwei Spielbrettern eine Vielzahl von Kästchen für Näh-, Spiel- und Toilette-Utensilien, die über schwenkbare Einsätze zugänglich sind.
Eine versteckte Signatur bezeugt es als Arbeit des bayerischen Tischlers Johann Prestell, der dafür bekannt war, »Drehpulte mit 4 Fächern« zu fertigen, »die sich drehen, ohne daß die darin befindlichen Schreibmaterialien in Unordnung geraten.« Das kleine Porträt auf dem Scheitel des Deckels dürfte die damalige Besitzerin des aufwendigen Biedermeiermöbels zeigen.
ASt

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa