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Allianz-Scheibe des Jörg Metler von Wattwil und seiner Gattin

Ident. Nr.: K 7154

ObjID: obj:886602

Details (Expert)

Beteiligte
Herstellung: Johannes Jegli (1578 - 1665),
Maler*in
Datierung
1620
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Winterthur

Objektbeschreibung

Vor weißem Grund steht links der Scheibenstifter mit geschulterter Muskete, in der Rechten hält er die zugehörige Gabel. Rechts reicht ihm seine Gattin einen gefußten Becher. Beide Figuren sind gerahmt von Renaissance-Architektur. In der oberen Bildzone erscheinen zwei Darstellungen vom Gleichnis des verlorenen Sohnes, dazwischen die Inschrift: "Hetend wir alle [ein]en glaubenn / Gott und den gem[ei]nen Nutz vor ougen / gut fründ und [Re]cht gericht / Ein Elle maß [u]nd gewicht / Ein müntz und gut gält / so stund es bes[se]r in der vällt." Am unteren Bildrand zwischen zwei Wappenschilden mit Hausmarken die Stifterinschrift: "Jörg Metler zu Wattwil Am[en]n / In Harf Jünger vnd Gotte[shu]s / Lüten vnd Margret Rüdlin[ger]/in sin Egemahel 1620" Die Signatur: H. kann aufgelöst werden als Hans (Johannes) Jegli, der in Winterthur ansässig war. Jegli benutzte das gleiche Motiv verschiedentlich für diese sogenannten Bauern-Allianzscheiben, so etwa bei der Scheibe von Uli Giger zu Sidwald und Dorothea Schärerin von 1621 auf Schloss Mörsburg bei Winterthur. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa