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Ident. Nr.: K 3876

ObjID: obj:887986

Details (Expert)

Beteiligte
Reinecke vam Dressche (1459 - 1493),
Goldschmied*in
Datierung
vor 1487
Material / Technik
Silber, teilweise vergoldet
Abmessungen
Durchmesser x Tiefe: 14,2 x 3,5 cm (einschließlich Laschen, Gesamthöhe 15,4 cm))
Gewicht: 403 g

Objektbeschreibung

Die Chormatelschließe zeigt, eingebunden in eine aufwändig gestaltete spätgotische Mikroarchitektur, den Apostelfürsten Petrus thronend zwischen zwei stehenden Ritterheiligen (Gorgonius und Mauritius?). Unterhalb des Petrus erscheint die knieende Stifterfigur eines mit einem Chormantel bekleideten Klerikers.
Die rückseitig gravierte Inschrift nennt den ausführenden Goldschmied: "Reineke vam dressche gholtsmed // mindens[is]", während ein an der Zarge der Kapsel umlaufender Text den Stifter dieser Chormantelschließe überliefert: Anno d[omi]nj M° cccc° lxxxvij° albertus de letelen // Canonicus eccle[s]ie mindensis dedit hoc monile req[ui]escat i[n] pace" (Im Jahr des Herrn 1487 gab Albert von Letelen, Kanoniker der Mindener Kirche, diese Schließe. Er ruhe in Frieden). Albert von Letelen ist bereits 1484 oder 1485 verstorben, die Chormantelschließe gelangte also erst mit einiger Verzögerung aus seinem Nachlass in den Kirchenschatz des Mindener Domstifts. LL

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa