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Atlant

Ident. Nr.: K 1654

ObjID: obj:888759

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Andreas Leupold ( - 1676),
Hafner
Datierung
3. Viertel 17. Jahrhundert
Material / Technik
gebrannter Ton, schwarz glasiert
Abmessungen
Höhe x Breite: 119 x 28 cm

Objektbeschreibung

Zu welchen technisch wie künstlerisch gleichermaßen beachtlichen großplastischen Leistungen die Hafner im 17. Jahrhundert fähig waren, zeigen zwei schwarz glasierte Trägerfiguren von einem Ofen aus der Nürnberger Leupoldwerkstatt (Inv. Nr. K 1654 und K 1655). Sie entsprechen im Grundaufbau und in ihrer Figurenauffassung den Atlanten an dem 1662 datierten und signierten Ofen des Andreas Leupold († 1676) im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg so weitgehend, dass eine Zuschreibung an diesen damals sehr berühmten Nürnberger Hafner nahe liegt, der noch Generationen später als „im Mahlen und Poßieren [...] einer der geschicktesten“ gepriesen wurde. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa