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Pokal mit der Allegorie der Fruchtbarkeit

Ident. Nr.: O-1990,95

ObjID: obj:889485

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Datierung
Ausführung: 1720-1730
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Potsdam
Abmessungen
Höhe: 17,2 cm
Durchmesser: 9,1 cm (Fuß)
Durchmesser: 8,7 cm (Mündung)
Wandungsstärke: 0,2 cm

Objektbeschreibung

Kelch aus farblosem Glas, Bodenkugel, ansteigender Fuß mit versenktem und mattiertem Spitzblattfries, angesetzt ein massiver Balusterschaft mit eingestochener Luftblase zwischen Trommelscheiben und eine sich konisch weitende Kuppa. Den Schaftbaluster und den Kuppaansatz zieren ebenfalls Spitzblattfriese. Die Wandung ist mit einem umlaufendem Landschaftssockel dekoriert, den eine flache Architektur vor einer Kirche und Pflanzen auflockern. Auf der Schauseite in feinem Mattschnitt dargestellt ist eine Nackte mit Füllhorn voller Früchte sowie einem Kranz aus Weinreben auf dem Kopf. Der verwärmte Mündungsrand trägt einen geblänkten Kugelfries. Das Glas trägt die beiden charakteristischsten Merkmale eines Produktes der Potsdamer Hofglasmanufaktur der Jahre 1720 bis 1735: Spitzblatt- und Kugelfries. Beliebt war damals die bildliche Darstellung von etwas Abstraktem: Allegorische Darstellungen auf Potsdamer Gläsern umfassen Themen wie Fruchtbarkeit – so hier – Trunksucht, unerfüllte Liebe, Vergänglichkeit des Glücks und der Zeit. Diese Sujets werden meist in Menschengestalt personifiziert, die über Attribute, Mimik oder Kleidung kenntlich gemacht sind. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa