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Pokal des Lutke von Dassel aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,387

ObjID: obj:891198

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Jochim Worm (Meister 1536 - 1558),
Goldschmied*in
Datierung
1538
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 55 x 22,5 cm (oben) 22,5
Gewicht: 2786 g

Objektbeschreibung

Gegossen wohl nur die Profile. Fußrand und -zarge, Lippe und Astring der Kuppa gesondert gefertigt. Marken am Deckelrand. Wappen am Fußrand, Masken und Rosetten am Schaft mit Splinten, Astring in der Kuppaeinschnürung mit Schrauben befestigt
Im ganzen gestreckter als Inv. Nr. 1874,384, doch dieser in Formen, Dekor und Aufbau eng verwandter Pokal. Auf Fußrand, Schaftknauf, Deckelgriff und Buckelrändern zartes Blattrelief. Fuß 10fach, Kuppa 15- bzw. 16fach und Deckel 15fach gebuckelt. Buckelung der oberen Deckelzone in Form eines ziehharmonikaartig zusammengelegten Schlauches, in den Zwickeln pyramidale Erhebungen. Walzenelement des Schaftes mit aufgesetzten Masken und Rosetten. Balusterknauf in eine kapitellartige, gebuckelte Form übergehend, daran hängender Blattkranz. In der Kuppaeinschnürung aufgelegter Astring mit gerollten Blättern und Rosetten. Am Kupparand ähnlich wie beim Januspokal fein gravierter Blattrankendekor mit Medaillons, darin Köpfe, eine Vase und Jahreszahl 1538. Kandelaberartiger Deckelgriff, abgeschlossen von einer emaillierten Platte mit Wappen des Stifters Lutke I von Dassel (drei Herzblätter), Bürgermeister von Lüneburg, gest. 1537, und seiner beiden Frauen aus den Familien Stöterogge (Zweig) und Sankenstede (zwei Mohrenbüsten). Die gleichen Wappen, bekrönt von plastischer Helmzier, nochmals am Fuß. Im Deckelinneren runde Platte mit Inschrift: D(OMl)N(V)S LVDOLPHVS A DASSEL REBVS EXVTVS HVMANIS AMPLISS(IMVM) SENATV(M) LVNEBVR(GENSEM) HOC SCIPHO DONA(VIT) ANNO 1537 (Herr Ludolf von Dassel hat bei seinem Tode diesen Becher dem hochangesehenen Senat von Lüneburg verehrt. 1537).

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR