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Immerwährender Taschenkalender in Gestalt einer kleinen Klappdose

Ident. Nr.: K 4700

ObjID: obj:891565

Details (Expert)

Datierung
18. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Deutschland
Material / Technik
Silber, graviert, innen vergoldet
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 2 x 5 cm

Objektbeschreibung

"Kalender in Gestalt eines silbernen, innen vergoldeten Döschens. Den Deckelrand umlaufen auf der Oberseite die Tage des Monats. Im Segmentausschnitt einer aufgelegten drehbaren Scheibe werden jeweils sieben Tage wechselnd sichtbar, den Wochentagen zugeordnet, die auf der Scheibe neben dem Ausschnitt aufgeschrieben sind. Am Rand der Scheibe die Umschrift: "CALENDARIUM PERPETUUM". Innerhalb dieser Schrift auf der linken Seite ein stehender nackter Jüngling mit einem Speer und einer (?) Rolle. - Auf der Unterseite des Bodens außen die Monate, weiter innen die Anzahl der Tage des jeweiligen Monats, die Länge des Tages und der Nacht, und die Stunden des Sonnenaufgangs und des Sonnenuntergangs im Jahreslauf, abzulesen in Segmentausschnitten einer darüberliegenden drehbaren Scheibe. Vorne am Deckel ist ein Gesicht aufgesetzt, als Ansatz zum Öffnen des Döschens."
aus T. Hausmann, Alte Uhren, KGM Berlin, 1979, Kat. Nr. 37
MAKR

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa