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Vierkantflasche mit Sinnbildern auf Musik und Handel

Ident. Nr.: M 3082

ObjID: obj:892336

Details (Expert)

Datierung
2. Hälfte 16. Jahrhundert
Material / Technik
Zinn, gegossen
Abmessungen
Höhe x Breite: 12,5 x 6 cm

Objektbeschreibung

Schraubflasche mit vier figürlichen Darstellungen in Reliefguss. Die Seiten des Gefäßes zieren je zwei nach gleichem Modell entstandene weibliche Personifikationen des Handels und der Musik. Die Allegorie des Handels sitzt nach rechts gewendet und hält in ihrer Linken den Caduceus, den geflügelten und von zwei Schlangen umschlungenen Stab des antiken Gottes Hermes. Die Schriftrolle in ihrer Rechten und die Waren zu ihren Füßen machen deutlich, dass es sich um eine Allegorie des Handels, nicht der Medizin handelt. Die zweite Figur hält eine Laute in den Händen, am Boden erscheinen weitere Musikinstrumente sowie ein Schwan als Attribute der Allegorie auf die Musik.
Die Flasche trägt keine Zinnmarken, ihr Entstehumngsort kann daher nicht näher lokalisiert werden. Die zur Herstellung der Gussformen sicher verwendeten grafischen Vorlagen der Reliefdarstellungen stammen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa