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Flakon mit Weißdornzweigen

Ident. Nr.: O-1976,377 a,b

ObjID: obj:892619

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Vereinigte Lausitzer Glaswerke AG (1889),
Glashütte
Aerozon-Fabrik G. & B. Sternberg (1910–1935),
Auftraggeber*in
Datierung
Ausführung: 1918-1929
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Weißwasser/O.L.
Abmessungen
Höhe: 13 cm (ohne Montierung)

Objektbeschreibung

Auf rundem Stand bauchiger, zur Wandungsmitte eingezogener Gefäßkörper mit abgesetzter Schulter und kurzem zylindrischen Hals. Ausgeätztes, innen und außen mattiertes Grundglas. Dekor: Weißdornzweige mit Blättern und Früchten, reliefiert matt geätzt. Vergoldete Montierung aus gedrücktem Messingblech in halbkugeliger Form aus stilisierten Kübelbäumen mit Blüten, durch Schleifengehänge verbunden.
Sign.: auf der Wandung reliefiert geätzt: "Aerozon D.R.G.M."; unter dem Boden graviert 8413,
Hergestellt im Auftrag der Firma Aerozon-Fabrik G. & B. Sternberg, Berlin, Ritterstraße 34.
Wolfgang Hennig, Arsall, KGM Berlin, 1985; Kat. Nr. 70
MAKR

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa