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Globusuhr

Ident. Nr.: K 4605

ObjID: obj:893325

Details (Expert)

Datierung
Ende 16. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe: 23 cm

Objektbeschreibung

Ein Gestell mit zweiteiligem, profiliertem und mit Blättern verziertem Fuß, Balusterschaft und Ringbügel trägt eine Himmelskugel, die durch ein inneres Uhrwerk bewegt wird. Zwei Ziffernringe mit zweimal zwölf und mit vierundzwanzig Stunden fassen die Folge der Bilder des Tierkreises ein. Weiter unten ein Streifen mit den islamischen Stundenzeichen. Oben auf dem Ringbügel steht eine Frau, wohl die Himmelsgöttin Urania. In der Hand hält sie den Stundenzeiger, dessen Spitze auf dem oberen Stundenring die Zeit angibt.
Die islamischen Ziffern weisen darauf hin, daß die Uhr einst für den Orient bestimmt war. Seit dem Friedensschluß von 1547 zahlte Österreich den Türken für den Besitz eines Teils von Ungarn einen jährlichen Tribut, der aus Geld, Silbergeschirr und Uhren bestand. Die Uhren, die der Kaiser nach Konstantinopel sandte, waren von den besten Uhrmachern des Reiches angefertigt, und somit von besonderer kunsthandwerklicher Qualität, nach den neuesten Ideen gestaltet und mit den jüngsten Erfindungen ausgestattet. So unterschieden sie sich nicht von den Stücken, die für die Fürsten und die Reichen in Europa hergestellt wurden. Auch lassen sich keine Konzessionen an einen fremdländischen Geschmack erkennen, nur wurden christlich religiöse Motive vermieden. TH

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa