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Globusuhr

Ident. Nr.: K 4605

ObjID: obj:893325

Details (Expert)

Datierung
Ende 16. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe: 23 cm

Objektbeschreibung

Ein Gestell mit zweiteiligem, profiliertem und mit Blättern verziertem Fuß, Balusterschaft und Ringbügel trägt eine Himmelskugel, die durch ein inneres Uhrwerk bewegt wird. Zwei Ziffernringe mit zweimal zwölf und mit vierundzwanzig Stunden fassen die Folge der Bilder des Tierkreises ein. Weiter unten ein Streifen mit den islamischen Stundenzeichen. Oben auf dem Ringbügel steht eine Frau, wohl die Himmelsgöttin Urania. In der Hand hält sie den Stundenzeiger, dessen Spitze auf dem oberen Stundenring die Zeit angibt.
Die islamischen Ziffern weisen darauf hin, daß die Uhr einst für den Orient bestimmt war. Seit dem Friedensschluß von 1547 zahlte Österreich den Türken für den Besitz eines Teils von Ungarn einen jährlichen Tribut, der aus Geld, Silbergeschirr und Uhren bestand. Die Uhren, die der Kaiser nach Konstantinopel sandte, waren von den besten Uhrmachern des Reiches angefertigt, und somit von besonderer kunsthandwerklicher Qualität, nach den neuesten Ideen gestaltet und mit den jüngsten Erfindungen ausgestattet. So unterschieden sie sich nicht von den Stücken, die für die Fürsten und die Reichen in Europa hergestellt wurden. Auch lassen sich keine Konzessionen an einen fremdländischen Geschmack erkennen, nur wurden christlich religiöse Motive vermieden. TH

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Der Sündenfall

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Die wie lavierend nur flüchtig angedeutete Flusslandschaft bildet die Folie für die scharf konturierte Figurengruppe mit dem Früchte beladenen Baum im Zentrum. An seinem Stamm windet sich die Schlange empor. Sie fixiert lauernd-verschlagen Eva, die Adam den Apfel reicht und ihn zum Übertreten des Verbots auffordert.Die Darstellung folgt einem Holzschnitt Hans Sebald Behams aus den „Biblischen Historien“, die 1533, ein Jahr nach seiner Übersiedelung nach Frankfurt, von dem dort ansässigen Verleger Christian Egenolf gedruckt wurde. Die Zeichnung ist in flüssigen Linien, die Modellierung weich und malerisch in zarten, gelegentlich durch Schraffuren akzentuierten Halbtönen angelegt, die, gestupft oder breit mit dem Pinsel aufgetragen, die Oberflächenbeschaffenheit der Materialien nachahmen. Die Souveränität des Glasmalers zeigt sich nicht zuletzt daran, dass er anders als der Holzschnitt mit dem beredten Austausch der Blicke und Gesten auch die Dramatik des Handlungsmoments zum Ausdruck bringt. Adams Scham verbirgt er zudem unter einem Feigenblatt.Die kongeniale Umsetzung der Vorlage ist am ehesten Augustin Hirsvogel (1503–1553) zuzutrauen, dem jüngsten Sohn des 1525 verstorbenen Nürnberger Stadtglasers Veit Hirsvogel d. Ä. Für diese Annahme sprechen beispielsweise die spezifische Gestaltung etwa der Laubkronen mit einzeln abstehenden trockenen Ästen oder des knorrigen Baumstamms mit Astlöchern und rissiger Rinde, die genauso auf den Zeichnungen und Stichen Augustins begegnen. Die kleine Rundscheibe müsste er noch in seiner Nürnberger Zeit kurz nach Erscheinen der Holzschnitte ausgeführt haben. CVMA 98781