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Hauskleid mit "Cul de Paris"

Ident. Nr.: 2003,KR 399

ObjID: obj:893542

Details (Expert)

Datierung
um 1882
Abmessungen
Länge: vorn 136 cm
Länge: hinten 164 cm

Objektbeschreibung

Das Kleid ist einteilig, in Prinzesslinie geschnitten und hat ein hochgeschlossenes, eng tailliertes Oberteil mit Stehkragen. Vorn ist es nahe an den Körper herangeführt. Sein anliegender Rücken bildet über den Gesäß einen markanten, fast waagerecht abstehenden "Puff", die sogenannte zweite Turnüre oder "Cul de Paris". Die starke horizontale Betonung des Gesäßes wird durch die Vertikale des vorn offenen und reich geschmückten Kleides ausgeglichen. Über einem angesetzten Unterkleid aus honigfarbenem Seidensatin liegt, dem Geschmack der Zeit entsprechend, ein üppiger zimtbrauner Spitzenbesatz, der von langen zu Schlaufen gelegten Satinbändern in zwei Goldtönen gerahmt wird. ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa