Logo

Vierseitiger Leuchter

Ident. Nr.: M 1981

ObjID: obj:893636

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Fayencemanufaktur Gerhard Wolbeer, Berlin (1697 - 1764),
Hersteller*in
Datierung
um 1710
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Berlin
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 21,2 x 14 x 14 cm

Objektbeschreibung

Gegenstück zu Inv. Nr. M 1982: "Zwei Leuchter mit breitem, quadratischen Fuß, blau bemalt. Der Schaft besteht aus einem Bündel von acht Stäben, die in der Mitte von einer modellierten Klammer zusammengefaßt sind. Die Standplatte und die vorkragenden Abschlußstücke des Schaftes sind mit Reihen plastisch modellierter, gestrichelter Blütenblätter verziert. Den Fuß schmücken gemalte Blumen. Am Schaft Strichmuster und Spiralranken. Die Leuchter sind nach Delfter Vorbildern gestaltet, die ihrerseits silberne Leuchter französischer und holländischer Herkunft nachahmen." (Kat. Berlin 1976, Fayence, Kat. Nr. 51)

Da die meisten Berliner Fayencen, wie auch diese, unmarkiert und stilistisch eng verwandt sind, ist eine eindeutige Zuschreibung oftmals nicht möglich. Eine eingehende Bearbeitung der Berliner Fayencen im Bestand des Berliner Kunstgewerbemuseums erfolgte 2001 im Rahmen der Ausstellung "Herrliche Künste und Manufacturen", auf die auch die Zuschreibung dieses Leuchterpaars an die Wolbeer'sche Manufaktur und die Vordatierung auf um 1710 zurückgeht.

Lit.: Kat. Berlin 1976, Fayencen, Kat. Nr. 51; Kat. Berlin 2001, "Herrliche Künste und Manufacturen". Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720.

ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa