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Caritas

Ident. Nr.: K 2958

ObjID: obj:894907

Details (Expert)

Datierung
um 1550
Material / Technik
Buchsbaumholz

Objektbeschreibung

Pyramidal aufgebaute, stellenweise durchbrochene Reliefgruppe. Die Mitte nimmt die mit einem ärmellosen Gewand bekleidete Caritas ein, mit einem nackten Kind auf dem linken Arm, ein weiteres tägt sie auf dem Rücken. Auch zu ihrer Rechten und Linken tummeln sich Kinder. Ein einzelnes Kind sitzt, halb vom Gewand verdeckt, vorn am Boden.
Die vielfältigen Bewegungsmotive verleihen der Gruppe eine Lebendigkeit, zu der die statuarische Ruhe der Mittelfigur einen gewissen Kontrast bildet. Das flache Relief zeigt weiche, fast teigige Einzelformen; es handelt sich um das Modell für eine Plakette, von der einige, meist oval gerahmte und mit einer Inschrift versehene Bronzeexemplare in verschiedenen Sammlungen bekannt sind. Zwei zu derselben Serie gehörende Reliefs mit Tugenddarstellungen im Bayerischen Nationalmuseum in München tragen die Signatur von Hans Peisser. KP

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa