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Kleine Konfektschale mit Granatäpfeln aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,400

ObjID: obj:895463

Details (Expert)

Beteiligte
Peter I Kule (1551 Ältermann, 1575 bereits als verstorben vermerkt),
Goldschmied*in
andere Zuschreibung: Hans Kule (übernimmt 1559 die "Bude" des Goldschmiedes Cord Giese, die er 1597 vermietet),
Goldschmied*in
Datierung
um 1560
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 2,6 x 19,5 cm
Gewicht: 162 g

Objektbeschreibung

Rand gesondert gefertigt und wie der Spiegel vergoldet, Außenseite unvergoldet. Marken auf der Unterseite der Wappenscheibe.
Flache, fußlose, der Schale der vorigen Katalognummer ähnliches Gefäß, doch einfacher in der Ausführung. Buckel in gleicher Anzahl, aber gedrungener und ohne punzierte Blüten. Mittelteil im Verhältnis größer. Pflanzliche Motive stark stilisiert und ein ornamentales Muster bildend. Astring tremoliert, gekappte Zweige nur angedeutet. Sechs aufgesprungene Granatäpfel zwischen Blattwerk, Grund punziert. Um das blau und transluzid grün emaillierte Wappen ein kleiner, dem äußeren entsprechender Astring.
Das Wappen mit einem nach rechts springenden Pferd wird von Schröder mit dem Geistlichen Hinrick Wackershagen, von Warncke dagegen mit dem Lübecker Bürger Gerd Reuter (gest. 1564) in Verbindung gebracht. Erwähnt ist die Schale zuerst im Inventar von 1598 (C. 210): "Noch eine Schale ohne Fuss inwendig getrieben mit Sechs Appel vnd ein wapen darein ein Pferd, halb bae (?) vnd gelb."

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa