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Reißzeug

Ident. Nr.: K 4690

ObjID: obj:898520

Details (Expert)

Datierung
Herstellung: 1569
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Nürnberg,
Stadt
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 2 x 13 x 11 cm

Objektbeschreibung

Die Setzwaage diente als Richtinstrument für Artillerie. Mit ihr konnten Neigungswinkel bestimmt werden. An der senkrechten Kante erscheint an einer Seite ein Kalibermaßstab für Eisenkugeln, an der anderen einer für Steinkugeln. Die durchbrochen gearbeitete gravierte Darstellung zeigt die biblische Legende von Jonas und dem Walfisch (Jona 2,1–11).
Das Reißzeug trägt den zwischen 1729 und 1735 angebrachten Besitzvermerk des in Frankreich geborene Hauptmanns Antoine du Chassat in Ulm. Das Zeichengerät sowie das beide Instrumente bewahrende Etui sind wohl im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts entstanden. LL

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa