Logo

Profilkopf des Bacchus

Ident. Nr.: K 4997 a,b

ObjID: obj:898549

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
1546/1555?
Abmessungen
Durchmesser: Bildplatte Bacchus 26,5 cm
Durchmesser: Holzrahmen 47 cm
Länge x Breite: 4 Rahmenleisten 19 x 3,5 cm
Länge x Breite: 4 Löwenköpfe 5 x 6 cm

Objektbeschreibung

Konvex gewölbtes Rundmedaillon. Malerische, nuancenreiche Weißlavierungen mit feiner Binnenzeichnung. Bildfüllendes Rückenprofil eines jungen Mannes, nach links gewandt. Am linken Rand steht in Majuskeln die Aufschrift "BACCHVS" in Goldmalerei. Kennzeichnend ist das feine sfumato der Modellierung mit reicher Abstufung von Grauwerten, ist die Akzentuierung der Formen durch Lichter, die leichte Drehung des Kopfes aus dem strengen Profil und ist die schwarze Pupille, die dem Blick Lebendigkeit verleiht. Dies und die naturalistische Modellierung einzelner Formen (Weinblatt über dem Ohr) geben der Darstellung starke Präsenz. Ikonographisch ist die Wiedergabe des Bacchus, als schlanker bärtiger Jüngling in Imperatoren-Gewand, ungewöhnlich, der ursprüngliche Zusammenhang ist ungeklärt.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa