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Zylindrischer Becher mit Blütenband

Ident. Nr.: W-1970,13

ObjID: obj:898612

Details (Expert)

Datierung
1809
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Dresden (Sachsen)
Abmessungen
Höhe: 10,2 cm

Objektbeschreibung

Zwölf verschiedene, sorgfältig gemalte Blüten von zarter Farbigkeit umziehen in lockerer Anordnung diesen Becher. Auf einem Rosenblatt sitzt eine große Fliege, darunter befindet sich die Signatur. Das Blütenarrangement könnte ein Akrostichon bilden, ein verstecktes Wort, das aus den Anfangsbuchstaben der Blumen einen Orts- oder Personennamen ergibt.
»Durch die Blume zu sprechen« war, popularisiert durch Bücher, Almanache und Kalender, ein Gesellschaftsspiel der Biedermeierzeit, das gegen 1840 wieder aus der Mode kam. Die Blume war eines der häufigsten Motive dieser Epoche. Die Herausforderung für den Glasmaler lag weniger in der Malerei als in der chemischen Entwicklung einer reichen Farbpalette, um die Blumen möglichst naturgetreu wiedergeben zu können. SN

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa