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Französischer Gelehrter aus dem Tafelaufsatz für Katharina II.

Ident. Nr.: M 1453

ObjID: obj:898700

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Wilhelm Christian Meyer (1726 - 1786),
Bildhauer*in
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) (gegründet 1763),
Hersteller*in
Datierung
1771
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Berlin
Material / Technik
Porzellan, weiß, glasiert

Objektbeschreibung

Inventareintrag: „Porzellan-Figur. Weiß. Französischer Gelehrter knieend, aus dem Tafelaufsatz für Katharina von Rußland. Berlin gezeichnetes Zepter“
Modell: 501 „Eine Gruppe von 6 Figuren russischer Nation“
Abbildungen vergleichbarer Stücke in der Literatur: Lenz 1913, Taf. 76, Abb. 304, Taf. 78, Abb. 310 – Köllmann 1966, Taf. 90.
Rückgabe des sog. Norrisfragmentes durch Cay Friemuth 2008, Christopher Norris, britischer Kunstschutzoffizier, barg das Fragment 1945 aus dem Brandschutt im Flakturm Friedrichshain, wo die Figur mit vielen anderen hochrangigen Kunstwerken des Kunstgewerbemuseums während des II. Weltkrieges verlagert worden war.
(Heim 2016, Krüger Verlustverz. Nr. 162)
MAKR

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa