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Kreuztragung Jesu

Ident. Nr.: K 5096

ObjID: obj:898825

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
1526/1550
Abmessungen
Höhe x Breite: 13 x 11 cm

Objektbeschreibung

Christus, nach rechts gewandt, trägt ein T-förmiges Kreuz. Im Vordergrund stehen zwei Landsknechte mit dem Rücken zum Betrachter, die Hände zu Spottgesten erhoben. Im Hintergrund links Maria und zwei Gefährtinnen, rechts von ihnen zwei Krieger in Rüstung. Die Vorlage für die Darstellung lieferte ein Kupferstich aus einer Passion Christi von Martin Schongauer. Charakteristisch für den Schöpfer dieser Tafel sind der monumentale, ganz auf die Figuren verengte Bildausschnitt, sind ferner die überlängten Figuren mit kleinen schmalen Köpfen, summarisch behandelten Extremitäten, extremen Kopfdrehungen und spitznasigen Profilen. Kennzeichnend ist auch die breit angelegte Zeichnung, die Figuren und Gelände lediglich in Abbreviatur wiedergibt und räumliche Verhältnisse mißachtet. Ikonographisch stimmt die Berliner Tafel mit der gleichen Szene auf einem Retabel aus Mesnil-sous-Jumièges im Musée municipal von Limoges überein (Inv.Nr.81.376), das dem Emailleur seinen Notnamen verliehen hat (Notin 1991).
SN

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa