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Brustkreuz des Mathaeus van Rethen, Abt der Prämonstratenserabtei Averbode

Ident. Nr.: F 3783

ObjID: obj:898858

Details (Expert)

Datierung
1562
Geografische Bezüge

Objektbeschreibung

Das prachtvoll gearbeitete Brustkreuz zeigt Goldschmiedekunst auf höchstem Niveau. Seine kräftigen, weit ausgreifenden Armen sind ringsum mit vielfarbig emailliertem und reliefierten Beschlag- und Rollwerk dekoriert. Die Kreuzenden tragen in Kastenfassungen je einen Edelstein (Saphir, Rubin, Smaragd und Diamant) In der Kreuzmitte steht ein weiteres, kleineres flach gearbeitetes Kreuz mit zarten Ranken, in Schwarz, Weiß, Blau und Grün emailliert. Daran der vollplastisch gearbeitete Kruzifxus in Weiß und Gold in émail en ronde bosse gehalten. Die flach gearbeitet Kreuzrückseite wird mit vier Schrauben an die vordere Hälfte angeschraubt, das Kreuz diente so zur Aufbewahrung einer Reliquie. Hier findet sich das Stifterwappen sowie die Devise: "NE QUID NIMIS", Jahreszahl 1562 und Initialen MVR (Mattheus van Rethy oder Matheus Volders Rethensis); darunter: AVRO PV / RO, GEMMISQ / PRECIOSIS D: MA / TEVS A: RETHEN / ABB AVERBODI / EN (SIS) ME DECO / RAVIT.
Das Kreuz wurde 1562 nach einem Entwurf des Ornamentstechers Johannes Collaert durch Vermittlung des Antwerpener Goldschmiedsfreimeisters Reyner van Jea(r)sfeldt von Jeronimus Jacobs, Antwerpen, für Matheus Volders von Rethen (Rethy), Abt der Prämonstratenserabtei Averbode bei Diest (Mecheln) Belgien angefertigt. CW

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa