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Fußschale mit Darstellung sich jagender Hirsche und Hunde, mit Bäumen und Vögeln

Ident. Nr.: 1909,252

ObjID: obj:898972

Details (Expert)

Datierung
Anfang 16. Jahrhundert
Material / Technik
Glas mit Emailmalerei
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 11,5 x 22 cm

Objektbeschreibung

Inventareintrag: "Glasschale auf Fuß mit zweifach gebuckeltem Schaft. die flache Schale emailliert: In der Mitte fliegender weißer Vogel. Darum wachsende Blätter. In der von grünen, mit gelben Früchten durchsetzten Rankenfriesen einge- rahmten Hauptzone gleichmäßig verteilt ein weißer Hirsch, von drei weißen Hunden verfolgt. Hinter jedem Tier eine symetrische Staude mit drei blauen Blumen. Dazwischen je ein Baum, mit hellblauem Stamm und gelben Früchten, an denen jederseits ein weißer Vogel pickt. Die beiden Schaftbuckel mit abwechselnd blauen und schmutzig-grünen Längsstrichen verziert. (Abbildung siehe Amtliche Berichte 1910 Seite 281/82)"

Die Schale ist seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen.

Lit.: Robert Schmidt: Das Glas, Berlin 1922 (Handbücher der Staatlichen Museen zu Berlin), S. 381, Abb. 231; Josep Gudiol Ricart: Els vidres Catalans, Barcelona 1936

MAKR

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR