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Rotes Empirekleid mit Perlstickerei

Ident. Nr.: 2003,KR 95

ObjID: obj:899277

Details (Expert)

Datierung
1805-1810
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: England
Abmessungen
Länge: VL. 139 cm
Länge: RL. 183 cm

Objektbeschreibung

Dunkelroter Seidensamt ist das für die Zeit ungewöhnliche Material dieses schmal geschnittenen Festkleides. Sein kurzes Oberteil hat ein breites, spitz zulaufendes Dekolleté, das umlaufend mit einem Guirlandenornament bestickt ist. Bestickte epauletteartige Zierstücke betonen die Schultern. Die Saumkanten der langen schmalen Ärmel zeigen eine ähnliche Perlstickerei. Der Rock fällt vorn glatt herab und wird mit Haken und Ösen am Oberteil eingehängt, kaschiert von einem Taillenbändchen. Die vordere Mitte des Rocks betont eine breite, senkrechte Stickereibordüre aus hohen, lyraähnlichen Motiven. Im Rücken ist der Rock in Falten gelegt. Das Kleid ist ungefüttert. ChrW

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa