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Robe à la française mit Blütendekor und Streifen

Ident. Nr.: 2003,KR 36 a,b

ObjID: obj:900205

Details (Expert)

Datierung
um 1775
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: England
Abmessungen
Länge: Manteau VL. 138 cm; RL. 173 cm cm
Länge: Rock VL/RL 85 cm

Objektbeschreibung

Diese "robe à la française" besteht aus einem Überkleid "manteau" und einem darunter getragenen Rock "jupe". Die Voderteile des "manteau" sind angeschnitten und schließen in der vorderen Mitte. Dekolleté und Kanten des tief ausgeschnittenen Überkleides sind mit einer dicht gefältelten Rüsche aus dem Oberstoff besetzt. Die "jupe" schmückt ein breiter, gerüschter Besatz und die halblangen Ärmel sind mit modernen, gezogenen Manschetten "en sabot" besetzt. Dieser harmonische Kleidbesatz ist aus dem Oberstoff gearbeitet und an seinen Kanten mit kleinen Passementeriekanten, sogenannten Fliegen-Quasten, besetzt, die Ton in Ton auf das Seidengewebe abgestimmt sind. Da die "robe à la française" ihren Schnitt kaum veränderte, waren es die in jeder Saison neuen Gewebemuster, die die modische Erscheinung garantierten. Ein cremeweißer Grund mit pastellfarbenem Dekor war nach 1770 besonders beliebt. Neben einem modischen Stoff war auch die Art und Weise des Ausputz und des Besatz entscheidend für den Schick eines Kleides. Diesen kreierte jedoch nicht die Schneiderin, sondern die Modewarenhändlerin, die "marchande des modes", zu deren berühmtesten Vertreterin Rose Bertin (1747-1813) gehörte, die enge Beraterin der französischen Königin Marie-Antoinette (1755-1793). ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa