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Dreiteiliges Ballkleid aus rosafarbenem Moiré

Ident. Nr.: 2003,KR 314 a-c

ObjID: obj:900322

Details (Expert)

Datierung
um 1865
Abmessungen
Länge: Oberteil vorn 57 cm
Länge: Oberteil hinten 32 cm
Länge: Rock vorn 111 cm
Länge: Rock hinten 170 cm
Länge: Cul-Schleife 75 cm

Objektbeschreibung

Das Oberteil des Kleides reicht bis zur Taille und endet vorn in einer langen, hinten in einer kurzen Schneppe. Sein breites Dekolleté wird von einem Besatz aus gerüschtem Seidentüll gerahmt, der von rosa Satinbändern in Zickzackform gehalten wird und darunter mit Galsperlschnüren besetzt ist. Der keilförmig gearbeitet Rock dieses Kleides ist aus zehn Stoffbahnen gefertigt. Sie sind vorn und seitlich glatt verarbeitet und bringen die Musterung des stumpfen Moirés zur Geltung. Die Stofffülle konzentriert sich im Rücken und läuft zur Schleppe aus. Die keilförmige Silhouette wird von einem Schleifenteil betont, das aus kontrastierendem glänzendem Seidensatin gefertigt wurde. Seine Kanten sind mit Glasperlguirlanden und Perlmutterplättchen besetzt. ChrW

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Die wie lavierend nur flüchtig angedeutete Flusslandschaft bildet die Folie für die scharf konturierte Figurengruppe mit dem Früchte beladenen Baum im Zentrum. An seinem Stamm windet sich die Schlange empor. Sie fixiert lauernd-verschlagen Eva, die Adam den Apfel reicht und ihn zum Übertreten des Verbots auffordert.Die Darstellung folgt einem Holzschnitt Hans Sebald Behams aus den „Biblischen Historien“, die 1533, ein Jahr nach seiner Übersiedelung nach Frankfurt, von dem dort ansässigen Verleger Christian Egenolf gedruckt wurde. Die Zeichnung ist in flüssigen Linien, die Modellierung weich und malerisch in zarten, gelegentlich durch Schraffuren akzentuierten Halbtönen angelegt, die, gestupft oder breit mit dem Pinsel aufgetragen, die Oberflächenbeschaffenheit der Materialien nachahmen. Die Souveränität des Glasmalers zeigt sich nicht zuletzt daran, dass er anders als der Holzschnitt mit dem beredten Austausch der Blicke und Gesten auch die Dramatik des Handlungsmoments zum Ausdruck bringt. Adams Scham verbirgt er zudem unter einem Feigenblatt.Die kongeniale Umsetzung der Vorlage ist am ehesten Augustin Hirsvogel (1503–1553) zuzutrauen, dem jüngsten Sohn des 1525 verstorbenen Nürnberger Stadtglasers Veit Hirsvogel d. Ä. Für diese Annahme sprechen beispielsweise die spezifische Gestaltung etwa der Laubkronen mit einzeln abstehenden trockenen Ästen oder des knorrigen Baumstamms mit Astlöchern und rissiger Rinde, die genauso auf den Zeichnungen und Stichen Augustins begegnen. Die kleine Rundscheibe müsste er noch in seiner Nürnberger Zeit kurz nach Erscheinen der Holzschnitte ausgeführt haben. CVMA 98781