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Dreiteiliger Herrenanzug mit besticktem Gilet

Ident. Nr.: 2003,KR 110 a-c

ObjID: obj:901238

Details (Expert)

Datierung
um 1790
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Abmessungen
Länge: Rock: VL./RL.115 cm; Länge Weste: VL./RL. 63 cm cm
Länge: Hose: VL./RL. 69 cm

Objektbeschreibung

Von höchstem Understatement ist dieser dreiteilige Herrenanzug, bestehend aus Rock, Weste und Kniebundhose. Das Material von Rock und Hose ist changierender Seidensamt mit der in den späten 1780er Jahren beliebten Farbstellung Flaschengrün und Bronze. Die bronzefarbene Florkette ist nicht aufgeschnitten und bildet kleine erhabene Rechtecke, zwischen denen der flaschengrüne Seidenschuss durchblitzt. Auch die Knöpfe von Rock und Hose sind mit diesem Samt bezogen. Das cremefarbene Seidenfutter des Rocks ist dekorativ als Paspel um die vorderen Kanten, um die Taschenpatten und die Ärmelaufschläge gelegt und bildet das einzige, doch sehr wirksame Schmuckelement des Rocks. Seine oben und unten weit zurückgeschnittenen Vorderteile geben den Blick frei auf ein Gilet, eine kurze Weste mit geradem Abschluss. Ungewöhnlich ist die feine Stickerei aus vielfarbigen Seidenbändchen: hochovale Blütenkränze, die sich mit kurzen Riegeln, gebildet aus silbrigen Metallpailletten und gehalten von Metallgespinstfäden und Seidenbändchen, abwechseln. Das Gilet schließt mit elf stoffbezogenen, passend bestickten Knöpfchen, die Knopflöcher werden von mit gelber Seide fixierten Metallpailletten gefasst. Es war seit den 1770er Jahren üblich, die Herrenwesten in einer differierenden Farbe zu arbeiten, vorzugsweise in Creme, wie es hier der Fall ist. Die in drei Grüntönen eingefärbten Bändchen stellen dabei die optische Einheit mit dem Anzug her. Man bestickte lediglich die Vorderseiten der Westen und arbeitete den Rücken aus einem einfacheren Leinen- oder Baumwollgewebe. Außerdem gehörte es zum guten Ton, dass ein wohlsituierter Herr über eine Vielzahl an unterschiedlichen Westen verfügte, die er nach Lust und Laune zu einfarbigen Anzügen kombinieren konnte. Der modische Schnitt mit hohem Stehkragen, tief herabgezogenem Ausschnitt und weit zurückgeschnittenen Schößen weist den Anzug als einen sogenannten halben Anzug, „habit de ville“, aus. CW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR