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sechskantige Schraubflasche mit Montierung

Ident. Nr.: K 1147 a,b

ObjID: obj:901556

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Datierung
Ausführung: 1679-1730
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Potsdam
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 15,1 x 6,9 cm
Durchmesser: 3,4 cm (Deckel)

Objektbeschreibung

Flasche mit sechs plangeschliffenen Seiten mit beschliffenen Ecken aus Rubinglas, der Boden ebenfalls plangeschliffen. Der silbervergoldete Schraubdeckel mit godroniertem Rand läßt sich nicht mehr öffnen. Weil man sich vom Goldrubinglas eine schützende oder heilende Wirkung erhoffte, wurden verschließbare Vier-, Acht- und Sechskantflaschen dieser Art in diversen Größen für medizinische Flüssigkeiten und Pulver verwendet. Mehrere Vergleichsstücke sind überliefert (vgl. Kerssenbrock-Krosigk, Rubinglas, 2001, Kat. 336–343, S. 234f.; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser, 1987, Kat. 140). Die Potsdamer Glashütte stellte Kantflaschen ab 1679 bereits unter der Leitung von Johann Kunckel (um 1635–1703) her, sicherlich wurde der Typ aber auch nach seinem Weggang, 1693, weiterhin produziert. Diese Flasche stammt aus der Königlichen Kunstkammer, Berlin. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa