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Darstellung der Taufe Christi

Ident. Nr.: K 3130

ObjID: obj:901685

Details (Expert)

Datierung
Anfang 17. Jahrhundert
1801/1900
Geografische Bezüge
Material / Technik
Elfenbein, geschnitzt
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 22 x 12 cm

Objektbeschreibung

Der Deckelhumpen zeigt an seiner Wandung die Darstellung der Taufe Christi im Jordan. Zu Seiten von Christus und Johannes dem Täufer erscheinen zwei Paare von Assistenzfiguren: links im Rücken Jesu ein aus dem Fluss steigender Mann in mittleren Jahren und ein am Ufer stehender Alter mit Bündel, rechts am Ufer eine stehende Frau und ein vor ihr sitzender unbekleideter Jüngling. Im Bereich des Griffs ist die Szene durch einen Baum geteilt. Am Deckel erscheinen abwechselnd Muscheln und Puttenköpfe, am Griff eine groteske Blattmaske. Kugel und Kreuz in der Mitte des Deckels sind offenbar erst später hinzugefügt. Dies könnte womöglich als Hinweis auf eine Um-Nutzung des Humpens als protestantische Abendmahlskanne angesehen werden. Bereits 1688 ist das Gefäß im Bestand der Churfl. Raritäten Cammer - der Kunstkammer des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm - in Berlin nachweisbar: "[...] eine gantz Elffenbeine Kanne worauff die Tauffe Johannis geschnitzt." LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR