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Abendkleid "Boissy" mit asymmetrischem Rock

Ident. Nr.: 2003,KR 420 a,b

ObjID: obj:903086

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Jeanne Paquin (1869 - 1936),
Designer*in
Datierung
Frühjahr/Sommer 1912
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: Tunika VL.117 cm; RL. 158 cm cm
Länge: Rock VL. 110 cm; mit Schleppe: 158 cm cm

Objektbeschreibung

Das zweiteilige Kleid besteht aus einer vorn offenen Tunika aus schilfgrünem Seidentaft, sie hat eine leicht erhöhte Taille und gebauschte Ärmel sowie ein breites Dekolleté, das von einem gezackten Spitzenkragen gerahmt wird. Darunter liegt mehrlagig drapierter, zartroséfarbener Seidentüll. Ein rautenförmiger Miedergürtel aus rosa Seidensatin markiert die Taille. Der Rock aus cremefarbenem Seidensatin reicht bis unter den Miedergürtel. Er ist links, unterhalb des Knies offen, ein Unterrock aus feinem Seidentüll, mit Satinkanten besetzt, wird sichtbar. Der nach unten konisch zusammenlaufende Rock gibt die um 1912 beliebte hohe Taille mit Sirenenlinie wieder. ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa