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David und Goliath

Ident. Nr.: K 7197

ObjID: obj:904052

Details (Expert)

Datierung
um 1533 - 1536
1551/1600
Abmessungen
Durchmesser: 11,3 cm

Objektbeschreibung

Die Szene führt das bekannte in Sam 1,17 geschilderte Ereignis vor Augen. Als in der entscheidenden Schlacht der hünenhafte Philister Goliath die Israeliten schmähte und einen der Soldaten zum Zweikampf aufforderte, stellte sich ihm der unerfahrene Hirtenjunge David, der für eine Rüstung noch zu schmächtig war und nur eine Steinschleuder bei sich trug. Die Darstellung zeigt den Moment vor Goliaths Sturz, in dem David zum Wurf mit der Schleuder ausholt und der Riese, von ahnender Ohnmacht erfüllt, die Hand zur Stirn hebt.
Als Vorlage diente der entsprechende Holzschnitt aus den "Biblischen Historien" Hans Sebald Behams, die 1533, ein Jahr nach seiner Übersiedelung nach Frankfurt, von dem dort ansässigen Verleger Christian Egenolf gedruckt wurde. Das erzählerische Moment wurde wie bei Inv. Nr. K 7022 auch hier vom Glasmaler noch prägnanter formuliert. So scheint sich der Stein eben aus der Schleuder zu lösen, und die Wiese vor dem Lager, der Schauplatz des Zweikampfs, ist nun plan, die Zuschauergruppe zwischen den Wagen davor hingegen deutlicher hervorgehoben.
Die kleine Grisaille führt exemplarisch vor Augen, wie viele Farbnuancen man mit wenigen Mitteln erzielen konnte. Der Kittel Davids ist zart mit Eisenrot koloriert, Wiese und Laub der Bäume suggerieren durch das fahle Silbergelb olivgrüne Töne, während Davids Krone, die Lanze Goliaths und die schmückenden Teile seiner Rüstung in kräftigem Goldgelb gehalten sind. CVMA 98780

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa