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Mantel, Modell "Allegro", "Ligne verticale"

Ident. Nr.: 2003,KR 618

ObjID: obj:904427

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Christian Dior (1905 - 1957),
Designer*in
Datierung
Frühjahr/Sommer 1950
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Paris
Abmessungen
Länge: 108 cm
Andere Maße: Saumweite: 324 cm

Objektbeschreibung

Dieser Mantel kann auf Grund seiner schmalen Taille und der doppelreihigen Knöpfung als Redingote bezeichnet werden. Die angestrebte vertikale Linie der Kollektion erzielte Christian Dior im Oberteil des Mantels durch den bis zur Taille hinunter gezogenen Kragen und im Bereich des Rocks durch die Linien, die von den beiden Knopfreihe, der dazwischen liegenden Reihe der „blinden“ Knopflöcher und der schwarzen Paspelierung gebildet werden.
Der glockig geschnittene Rock ist in der Taille angesetzt, er besitzt im Rücken einen taillenhohen Gehschlitz. Da der Mantel nur in der Taille geschlossen wird, springt er vorn ganz auf. So gewährt er seiner Trägerin eine Bewegungsfreiheit, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist. Dieses fröhliche Spiel mit unvermuteten Öffnungen spiegelt sich im Titel des Modells „Allegro“ und auch die Reihe der Scheinknopflöcher, die den Betrachter zunächst irritieren, zeigen, dass Christian Dior mit „Allegro“ einen fröhlichen Akzent setzen wollte.
Gleichzeitig verbindet der Mantel formale Elemente der unterschiedlichen Bekleidungsgattungen von Mantel und Kleid und wirkt zugleich maskulin und feminin. Der Männerkleidung wurde der robuste Stoff in Hahnentrittmuster entlehnt und die strenge Gestaltung, durch die breiten Manschetten und die doppelte Knopfreihe im Rock erinnert an Militärmäntel. CW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR