Deckelpokal mit Triumphzug des Bacchus
Ident. Nr.: W-1975,3 a,b
ObjID: obj:904431
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ausführung: 1720-1728
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten
- Abmessungen
- Höhe: 40,8 cmHöhe: 25,8 cm (Pokal)Durchmesser: 13,9 cm (Fuß)Durchmesser: 11,8 cm (Mündung)Höhe x Durchmesser: 15,8 x 13,2 cm (Deckel)Wandungsstärke: 0,4 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/904431
Objektbeschreibung
Pokal mit zugehörigem Deckel aus farblosem Glas, Abriss am Boden
auspoliert, leicht ansteigender Fuß mit einem mattierten,
hochgeschnittenen Rundbogenfries, dem massiven, wabenfacettierten
Balusterschaft zwischen zwei Trommelscheiben mit ovalen Linsen sind drei
übereinanderliegende Kränze aus Luftblasen um eine zentrale Blase
eingestochen worden. Der Ansatz der angesetzten becherförmigen Kuppa ist
ebenfalls mit einem Rundbogenfries dekoriert, deren Wandung zeigt
umlaufend den tiefgeschnittenen Triumphzug des mit Weinlaub bekränzten
Bacchus in seinem von musizierenden Kinderbacchanten gezogenen und
begleiteten Wagen auf einem Landschaftssockel. Eine Diamantborte über
einem Kugelfries ziert sowohl den Mündungs- als auch den Deckelrand. Der
Deckel wiederholt den Rundbogenfriesdekor und trägt einen hohen Knauf
aus wabenfacettiertem, getrepptem Baluster mit eingestochenen Luftblasen
und wabenfacettiertem Kugelabschluss. Der Pokal weist fortgeschrittene
Merkmale der Glaskrankheit auf.
Der Triumphzug des Bacchus war in der barocken Kunst wegen seiner
reichhaltigen Bildsprache ein überaus beliebtes Sujet, so auch auf
Gläsern (vgl. Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nrn. II 60/229 A und II
62/517 A; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Inv. Nr. XIII 1022; Schade, Deutsches Glas, 1968, Taf. 60–62; Papendorf,
Märkische Gläser, 1965, Abb. 57, S. 146). Die Form dieses Deckelpokals
sowie seine ornamentalen Dekorelemente sind mehrfach aus der Potsdamer
Glashütte dokumentiert (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf.
30.1+2+3, Taf. 31.1+2). Die Gruppe datiert in die Jahre 1720 bis 1735.
Dieses Exemplar dürfte mit seiner besonders feinen und lebendigen
Schnittqualität der Werkstatt Gottfried Spillers zuzuordnen sein, die
bis 1728 in Berlin aktiv war. [Verena Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 13.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de