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Fragment mit sogenannten Fuggerbildnissen

Ident. Nr.: K 7236

ObjID: obj:904438

Details (Expert)

Datierung
um 1520/1530
Material / Technik
Glas farblos; Silbergelb, Schwarzlot
Abmessungen
Höhe x Breite: 11,5 x 13 cm

Objektbeschreibung

Das Fragment zeigt nach rechts gewandt die Büsten eines älteren und eines jungen Mannes im Dreiviertelprofil. Die feinsinnigen Züge des Älteren sind individuell gezeichnet und haben Portraitcharakter. Antlitz und Haartracht des jungen Mannes mit den blonden kurzen Locken hingegen entsprechen einem geläufigen Kopftyp. Beide sind reich gekleidet, tragen Hemden mit goldfadendurchwirktem gekräuseltem Stehkragen und mit Pelz gefütterte Schauben, der Jüngere zudem ein Obergewand aus Brokat. Die waagrecht über die Stirn der beiden Männer verlaufenden Notbleie lassen vermuten, dass die Köpfe ursprünglich in Augenhöhe mehr oder weniger nahe nebeneinander angeordnet waren. Die Richtung ihrer Blicke könnte darauf deuten, dass sie eventuell Teil einer szenischen Darstellung, etwa einer Anbetung der Hl. Drei Könige waren.
Die maltechnische Qualität des Fragments legt die Vermutung nahe, dass es aus der Werkstatt des seinerzeit wohl bekanntesten Augsburger Glasmalers Gumpold Giltlinger hervorgegangen ist. Anhaltspunkte, aus welchem Gebäude die Glasmalereien stammen könnten, gibt es nicht.
CVMA 98770

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR