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sogenannter Kaiserpokal

Ident. Nr.: W-1963,16

ObjID: obj:904534

Details (Expert)

Beteiligte
Wenzel Jamnitzer (1508 - 19.12.1585),
Goldschmied*in
Datierung
1565 - 1566
Material / Technik
Silber, gegossen, vergoldet; Email
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 69 x 21,9 cm

Objektbeschreibung

Dieses Prunkgefäß mit reichem Figurenschmuck verkörpert ein politisches Programm. Ein Kaiser bekrönt den Deckel, die übrigen Figuren nehmen Bezug auf weltliche und geistliche Würdenträger des sogenannten Landsberger Bundes. Diese 1556 gegründete überkonfessionelle Vereinigung einiger Reichsstände bemühte sich nach der Reformation und den darauf folgenden Aufständen und Unruhen um Frieden im Deutschen Reich. Der Pokal war ein Huldigungsgeschenk der Freien Reichsstadt Nürnberg an den Kaiser, vermutlich an Maximilian II. (reg. 1564–1576).
Wenzel Jamnitzer (1507/08–1585), seit 1534 Meister in Nürnberg, betrieb eine große Familienwerkstatt und war in seiner Zeit der führende Goldschmied der Stadt. Seine Werke hatten großen Einfluss auf die deutsche Goldschmiedekunst der Renaissance. SN

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR