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Schlafende Venus mit Cupido

Ident. Nr.: K 6493

ObjID: obj:904561

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Hans Jacob Sprüngli (1559 - 1637),
Glasmaler*in
Datierung
1600
Abmessungen
Höhe x Breite: 29,3 x 24 cm
Erwerbung
Stammt aus dem Kabinett des Paulus Praun in Nürnberg.

Objektbeschreibung

Die schlafende Venus liegt halb aufgerichtet auf einer Bettstatt mit goldroter Decke. Über ihr Knie klettert schlaftrunken ein Cupido mit goldenen Flügeln. Am oberen Bildrand ziehen fliegende Putten ein goldgrünes Tuch wie einen Baldachin über das Bett, links daneben hängt ein vergoldeter Vogelkäfig. Die surreal erscheinende Szene spielt in einer reich gegliederten, sich im Hintergrund zu einer Landschaft öffnenden Bogenarchitektur. Umgeben ist die Liebesgöttin von manieristischen Skulpturen, kunstvollem Mobiliar, konzertanten Musikinstrumenten und kostbarem Hausrat. Alles erscheint zu einem bedeutungsgeladenen Stillleben verdichtet, ist weniger Abbild denn Sinnbild und Anregung zu philosophischer Betrachtung.
An der Rückseite befindet sich eine Aufschrift, die den auf Hinterglasmalereien spezialisierten Zürcher Hans Jacob Sprüngli (um 1599–1637) und den Winterthurer Glasmaler Hans Jegli (1579–1643) als Schöpfer des Werkes nennt. Sie verwendeten verschiedene Methoden des Amelierens: Auf das Glas aufgebrachte Blattvergoldungen wurden fein ausradiert, mit farbigen Lacken hintermalt und mit Zinnfolien hinterlegt. Andere Partien wurden in durchscheinend aufgetragenen Ölfarben ausgeführt, wobei „rückwärts“ gemalt und die hellsten Lichter und tiefsten Schatten zuerst gesetzt wurden. Auch „trügerische Hinterglasmalerei“ wurde angewendet, so ist die Figur der Venus in herkömmlicher Weise auf Pergament gemalt, ausgeschnitten und auf das Glas appliziert worden.
Ebenso wie das vielschichtige Bildprogramm sollte auch die komplizierte technische Ausführung Anlass zu vertiefter Beschäftigung mit dem Gemälde bieten. Ganz in diesem Sinne ist die als Teil der Signatur auf die Rückseite geschriebene Künstlerdevise zu verstehen: „ist EE feracht / Dan gemacht“ („ist eher veracht[et] als gemacht“). LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR