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Elfenbeinkästchen mit Innenauskleidung

Ident. Nr.: K 3104

ObjID: obj:905052

Details (Expert)

Datierung
2. Hälfte 12. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9 x 14 x 8 cm

Objektbeschreibung

Das Kästchen zählt zu einer größere Gruppe von Behältnissen aus Elfenbein, deren Oberflächen nicht beschnitzt sind und die durch vergoldete Kupferbeschläge mit lanzettförmigen Enden zusammengehalten werden. Vermutlich entstanden diese Kästchen und Pyxiden im ausgehenden 12. und frühen 13. Jahrhundert in arabischen Werkstätten auf Sizilien. Viele von ihnen, ehemals vermutlich auch das hier vorgestllte Kästchen,besitzen vegetabile und figürliche Bemalungen, die in Schwarz und Gold ausgeführt sind und offenkundig in islamischen Traditionen stehen.
Derartige Elfenbeinkästchen wurden ursprünglich als edle Behältnisse für profane Verwendungszwecke gefertigt. Sie fanden seit dem 12. Jahrhundert vermutlich vor allem wegen ihres raren Materials und ihrer exotischen Herkunft vielfach Eingang in west- und mitteleuropäische Kirchenschätze, wo sie dann häufig als Reliquienbehälter dienten.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa