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Korallenrotes Abendcape mit Stickerei

Ident. Nr.: 2003,KR 511

ObjID: obj:905165

Details (Expert)

Beteiligte
Coco Chanel (1883 - 1971)
Datierung
um 1922
Geografische Bezüge
Material / Technik
Seide, Glasperlen

Objektbeschreibung

Das um 1922 datierte halblange Schultercape aus 4-lagigem roten und schwarzen Crêpe Georgette ist in einem plastischen, geometrischen Muster dicht mit schwarzen Stiftperlen und längeren, beweglichen silberfarbenen Perlenschnüren bestickt. Eingeschnittene Kreisformen, die mal mit Perlenschnüren, mal mit einzeln applizierten schwarzen Glasperlen bestickt und farbig unterschiedlich unterlegt sind, bilden ein in sich verschlungenes Muster. Mit Hilfe eines 10 cm breiten Passenbands wird das Cape geschlossen.


Das exquisit bestickte Cape gibt noch viele Rätsel auf: Die neben dem innenliegenden Chanel-Etikett vermerkte No. 14981 korrespondiert mit der Schaffensperiode der frühen 1920er-Jahre, konnte jedoch keinem der Schaffensorte dieser Zeit – Paris, Cannes und Biarritz – und keinem Auftrag zugeordnet werden. Vermutlich wurde es für einen festlichen Anlass geschaffen und in einem der auf Stickerei spezialisierten Ateliers, wie beispielsweise Maison Lesage oder Maison Hurel, gearbeitet. Über ein dazugehöriges Kleid kann ebenfalls nur spekuliert werden. 


Letzte Aktualisierung: 18.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR