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großer Glasdeckel

Ident. Nr.: O-1990,491

ObjID: obj:905503

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Werkstatt: Gottfried Spiller (um 1663)
Datierung
Ausführung: um 1700
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Potsdam
Entstehungsort stilistisch: Berlin
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 145,4 x 12,8 cm
Durchmesser: 11 cm (Auflegerand)
Wandungsstärke: 0,8 cm

Objektbeschreibung

Deckel für einen großen Pokal oder Becher aus dickwandigem, farblosem Glas, am Rand gekehlt und eingezogen, innen mit Abrissnarbe. Der Rand ist mit einem Fries aus gekehlten Rundbogenfacetten dekoriert, die Schulter ziert ein Kranz aus Lorbeerzweigen. Der massive, übergroße Knauf ist komponiert aus einer starken Trommelscheibe und einem Baluster mit Schälschliff, oben eingezogen und als Abschlusskugel poliert. Die Knaufgestaltung ist für Arbeiten des Hofglasschneiders Gottfried Spiller (um 1663–1728) für die Zeit um 1700 dokumentiert und auch der Fries aus Rundbögen ist für Arbeiten der Potsdamer Glashütte aus dieser Zeit typisch (Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 136, 140, 149, 162; Berckenhagen, Berliner und märkische Gläser, 1956, Abb. 7, 10; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 6.2, 7.1+3, Taf. 13.1). Das zugehörige Gefäß ist nicht überliefert, es dürfte die Dekorelemente gespiegelt haben, also das des Knaufs am Schaft, das der Schulter am Fuß und den Schälfschliff am Rand an seiner Mündung. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa