Kleiner Deckelpokal auf Königin Elisabeth Christine
Ident. Nr.: W-1970,73 a,b
ObjID: obj:906681
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ausführung: 1740
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten, vergoldet
- Abmessungen
- Höhe: 23,5 cmDurchmesser: Fuß 8,5 cmDurchmesser: Kuppa 7,6 cmHöhe: 15,3 cm (Pokal)Durchmesser: 8,2 cm (Fuß)Durchmesser: 7,4 cm (Mündung)Höhe x Durchmesser: 8,9 x 7,8 cm (Deckel)Wandungsstärke: 0,35 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/906681
Objektbeschreibung
Pokal mit zugehörigem Deckel aus farblosem Glas, Abriss am Boden und im
Deckel, der Scheibenfuß steigt leicht an und trägt einen Schmuck aus
versenkten Spitzbögen, die an ihren Enden eine kleine Kugelung haben.
Der einfache Balusterschaft mit einer langgezogenen, eingestochenen
Luftblase wiederholt diesen Dekor, ebenso der Ansatz der becherförmigen
Kuppa, zudem ist er hier vergoldet. Die Kuppawandung trägt ein
geschnittenes, teilvergoldetes sowie goldstaffiertes bekröntes Medaillon
umringt von Kriegstrophäen mit der Inschrift: Es lebe die Königin. Den
vergoldeten Mündungs- sowie Deckelrand ziert ein geblänkter Kugelfries.
Der gebauchte Deckel weist denselben vergoldeten Spitzbogendekor auf wie
der Kuppaansatz, ebenso sein massiver Knauf mit eingestochener
Luftblase.
Der stilistische und formale Vergleich verortet das Glas nach
Zechlinerhütte (vgl. einen Deckelpokal mit Wappen der Familie von
Wilmersdorff im Glasmuseum Hentrich, Düsseldorf, Inv.-Nr. P 1989-21,
publiziert im Themenportal "Brandenburgisches Glas"; Götzmann/Kaiser,
Gläserne Welten, 2017, Kat. 108, S. 170). Es dürfte anlässlich der
Krönung Friedrichs II. und seiner Gemahlin Elisabeth Christine von
Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern 1740 entstanden sein. Gläser auf
Elisabeth Christine, die in doppelter Hofhaltung entfernt von ihrem
Gemahl lebte und für ihn zeremoniell-repräsentative, immer
wiederkehrende Routineverpflichtungen übernahm, sind sehr selten.
Seltsam ist die Präsenz der Kriegsarmaturen, sind diese auf
brandenburgischen Gläsern in der Regel nur den Kartuschen männlicher
Adressaten beigegeben, weiblichen typischerweise Füllhörner. Sehr
wahrscheinlich gehörte dieser Pokal einem Mitglied des preußischen
Militärs. [Verena Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 06.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de