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Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

Ident. Nr.: S 516

ObjID: obj:907039

Details (Expert)

Beteiligte
Johann Ludwig II Biller (um 1692 - 1746),
Goldschmied*in
Datierung
1733
Material / Technik
Silber, vergoldet
Abmessungen
Höhe x Breite: 56 x 74 cm (Höhe mit Deckel)
Gewicht: 46,87 kg (gesamt)

Objektbeschreibung

Pastetenbüchse mit flachem ovalen Korpus mit Ringhenkeln. An der Wandung vorn und hinten je eine Kartusche mit Darstellungen von Putten als Allegorien auf die Jahreszeiten Frühling und Herbst. Der Deckel mit einer markanten vollplastischen Gruppe der Fama und des preußischen Adlers in doppelter Ausführung. In der Mitte eine Monogrammkartusche mit den Initialen FWR (Friedrich Wilhelm Rex), darüber die preußische Königskrone. Pendent zur Pastetenbüchse Inv. Nr. S 514, zugehörig das Tablett Inv. Nr. S 517.
Die Kanne zählt zum Bestand des so genannten Großen Silberbuffets, welches sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Berliner Schloss befand. Dabei handelt es sich um neun monumentale, aus Kannen und Becken bestehende Gießgarnituren, acht Kettenflaschen, zwei Kühlkessel, zwei Pastetenbüchsen sowie ein großes Handfass mit zugehöriger Wanne. Insgesamt umfasst das Buffet heute noch 33 prachtvolle vergoldete Silbergefäße, die überwiegend zwischen 1695 und 1698 auf Bestellung des Kurfürsten Friedrich III. in Augsburg, dem damaligen Zentrum der Goldschmiedekunst in Deutschland, hergestellt wurden.
Das Ensemble war im Rittersaal des Berliner Schlosses als wandfester Teil der Innenarchitektur installiert: Während die Lavabogarnituren und die Kettenflaschen gegenüber dem Thron an der verspiegelten Wand angeordnet waren, standen die übrigen Gefäße in symmetrischer Anordnung auf einem Schanktisch davor.
Das Große Silberbuffet war über Jahrhunderte gleichermaßen königliches Repräsentationsobjekt und Teil des brandenburgisch-preußischen Staatsschatzes. Von späteren Einschmelzungen blieb es auch deshalb nicht verschont. Der Schanktisch wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die erhaltenen Gefäße sind heute in der Dependance des Kunstgewerbemuseums in Schloss Köpenick in einer der ursprünglichen Anordnung angenäherten Rekonstruktion wieder aufgebaut.
Die beiden Pastetenbüchsen Inv. Nr. S 514 und S 516 samt den zugehörigen Tabletts Inv. Nr. S 515 und S 517 gelangten vermutlich bereits 1745 als Ersatz für Einschmelzungen Friedrichs II. während des Zweiten Schlesischen Krieges auf den Schanktisch des Großen Silberbuffets. Sein stammten aus einer großen Bestellung von Silberarbeiten durch König Friedrich Wilhelm I., die 1733 aus Augsburg nach Berlin geliefert wurde. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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