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Kaffeekanne mit brandenburgischem Wappen und Blütenzweigen

Ident. Nr.: K 1335 a,b

ObjID: obj:907614

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
Ausführung: um 1710/13
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Meißen
Abmessungen
Höhe: 15,3 cm (mit Deckel)
Höhe: 12,9 cm (ohne Deckel)
Breite x Tiefe: 12,4 x 7 cm

Objektbeschreibung

Vierkantiges Gefäß mit Ohrenhenkel, die vierkantige Tülle einem Fischmaul entspringend. Baldachinartiger Deckel. Reliefdekor: auf zwei Seiten aufgelegter Prunusast. Schnittdekor: auf zwei Seiten ein Wappen mit brandenburgischem Zepter und Königskrone; am oberen und unteren Rand umlaufender Bandelwerkdekor. Die Blütenzweige und das Fischmaul sind chinesischen Vorbildern entlehnt, die Kannenform ist europäisch. Ein Vergleichsstück mit gleichem Wappen und Dekor im Museum für angewandte Kunst in Frankfurt am Main.Die Kanne gehört zum Altbestand des Berliner Kunstgewerbemuseums, sie wurde dem Museum 1875 aus der Königlich-Preußischen Kunstkammer überwiesen. // Literatur: Stefan Bursche: Meissen, Berlin 1980 (Bestandskatalog Kunstgewerbemuseum); S. 45f., Kat. Nr. 10 // ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa